Ich bin heut' Morgen aufgewacht,
und wusste nicht, wofür.
Hab meine Augen aufgemacht
und nichts lag neben mir.
Ich fühl' mich völlig unbelebt,
und das, obwohl mein Herz noch schlägt.
Wie dieses Haus bin ich kalt und leer,
weil die Hälfte fehlt.
Ich hab mir geschwor'n, damit klarzukommen,
so gut, wie's eben geht.
Jetzt sieh mich an, ich bin nichts mehr wert,
wie ein Herz, das nur aus Mitleid lebt.
Wie kann man nur so kalt sein?
Geht dich das alles denn nichts mehr an?
Und du bist nur dein Schatten,
über den ich nicht springen kann.
Und ich weiß nicht,
Wonach soll ich suchen, welchen Weg soll ich noch geh'n?
Warum kann ich nicht vergessen? Es muss doch geh'n.
Sag mir,
Was muss noch passier'n, daß du nichts mehr für mich bist?
Ich würd' dich so gerne hassen, doch die Liebe lässt mich nicht.
Ich wollt' nicht mehr an dich denken.
Glaub mir, ich habs probiert.
Wollt' dich in Wein ertränken,
doch wie du siehst, hat das nicht funktioniert.
Ich wollt' es hier beenden,
doch Jahre löschen sich nicht einfach aus.
Man sagt, die Zeit heilt alle Wunden,
doch bei mir reißt sie sie wieder auf.
Und ich weiß nicht,
Wonach soll ich suchen, welchen Weg soll ich noch geh'n?
Warum kann ich nicht vergessen? Es muss doch geh'n.
Sag mir,
Was muss noch passier'n, daß du nichts mehr für mich bist?
Ich würd' dich so gerne hassen, doch die Liebe lässt mich nicht.
Und wie tief muss ich noch sinken,
bis ich ohne dich aufwach'?
Wieviele Tage müssen noch ertrinken,
bis auch das letzte Bild verblasst,
und ich es schaff', neu anzufangen -
sag mir wann. Sag, wie lang.
mondstreif - 24. Jun, 23:04
Ach verflucht... ich vermisse ihn. Er fehlt mir.
Und ich kann nicht mal wütend sein, weil er das Versprechen, für mich dazusein, bricht. T., hör auf zu fühlen... bitte.. hör auf damit...
Du hast versprochen, mir nie weh zu tun. Verdammt, wie konnte ich nur anfangen, an solche Versprechen zu glauben?!
mondstreif - 23. Jun, 22:36
Liebes Leben,
wie lieb von Dir, mich hinter einer überstiegenen Hürde gleich wieder in die nächste Baugrube stürzen zu lassen. Kismet meint es aber auch mal wieder zu gut mit mir.
Aber gut. Ich werde weder die verletzte Ex geben noch zulassen, daß er sieht, wie sehr mich das verletzt. Es zeigt sich nur grade mal wieder, wie wenig man auf Versprechungen und Luftschlösser geben sollte. Dem Himmel sei Dank, daß ich wenigstens eine Sache wirklich gut kann - jegliche Gefühle konsequent und funktionierend wegzudrücken. Die Breitseite hat mich zwar schmerzvoll erwischt, aber schon zehn Minuten später war alles wieder weggeschlossen. Hätte ich nur gar nicht erst angefangen, Emotionen zuzulassen!
Liebstes Leben, ich absentiere mich dann mal wieder von Dir. Oder, neudeutsch - Du kannst mich mal kreuzweise.
Ich werde dann mal wieder zum alten kontrolliert-distanzierten Biest, dann trifft mich wenigstens das alles nicht. Lebt wohl, Gefühle, verletzt einen anderen.
mondstreif - 20. Jun, 13:04
.. werde ich es vielleicht lernen - die Vergangenheit ruhen zu lassen.
Keine Besuche auf uralten Seiten, kein Lesen alter Blogs. Die Gespenster von vergangenen Jahren nicht wieder neu aufzuwirbeln.
Und doch - manchmal reicht ein Satz, ein Gedicht, ein Liedfetzen, um die Erinnerung wieder zu erwecken -
_und damit ein unbestimmt schmerzendes Gefühl, etwas verloren zu haben, was wertvoll war.
Wenn du dir bewusst bist, daß du Teil eines Ganzen bist, dann wirst du dich gern in ein jedes Erleben schicken.
PAAAlmanach, Vers 3
Und wieder einmal verstehe ich mich selber nicht. Aber wahrscheinlich ist es am sinnvollsten, da jetzt nicht weiter drüber nachzudenken.
komm nur komm
umarm die wölfin
mondstreif - 17. Jun, 23:24
... drei Jahre lang Therapie, Fachärzte, Psychologen, Spezialisten, davon über 12 Monate stationär.
Eine kleine Statistik:
11 unterschiedliche Therapeuten, davon 5 Psychiater, 6 psych. Psychotherapeuten, 10 stationär, 1 ambulant.
8 unterschiedliche Bezugspfleger.
6 verschiedene Stationen.
3 unterschiedliche Kliniken.
6 verschiedene Diagnostikprozesse.
14 Monate stationäre Therapie.
4 Monate ambulante Therapie.
Und immer - zwei Diagnosen, teilweise noch mit 3 Komorbiditäten, die extra erwähnt wurden.
Doch das Hauptproblem haben sie alle, aber ich auch, übersehen, und das führte dann zu:
4 Therapieabbrüchen, 1 disziplinären Entlassung, 6 Suizidversuchen, über tausend Narben, 1 (Therapie)Traumatisierung.
1 1/2 verschenkte Jahre.
Eine Zahl, die alles ändert, weil sie andere Kausalketten, Begründungen, Möglichkeiten schafft. Eine Zahl, die erklärt, warum ich in Lutter so litt, warum all diese Therapien nicht funktionierten, warum man mir so oft nicht helfen konnte. Die mein Denken, mein Fühlen, meine Handlungen plötzlich erklärbar macht.
Schon faszinierend.
mondstreif - 12. Jun, 15:21
Der Wahnsinn ist vielleicht nichts anderes als ein Kummer,
der keine Entwicklung mehr erlebt.
Gefunden in einer Signatur.
Vielleicht ist es so, vielleicht stimmt das. Wenn sich - aber nein, warum kommentieren. Meine Gedanken gehören im Moment eh deutlich mehr zensiert, als ich es vermag. Also - Punkt.
mondstreif - 8. Jun, 23:29
T., kann man von Borderline Urlaub machen?!
Vielleicht. Kann man Urlaub von sich selbst nehmen? Ich hätte es nie zuvor für möglich gehalten, doch diese acht Tage bewiesen das Gegenteil. Es ist möglich, eine Auszeit zu bekommen - von mir, von der Uni, der Arbeit, sogar von meinen Gedanken.
Umso härter ist es, wieder in das alte zurückzukehren, das sich so gar nicht geändert hat - ich bin anders, doch wie ich das bewahren und umsetzen soll, das weiß ich nicht.
Als wären nicht 8 Tage, sondern Wochen, Monate, ein Jahr vergangen.
Mosyone - 1. Jun, 23:44
Faszinierend. Faktisch waren es sagenhafte anderthalb Tage, in welchen sich eigentlich aus dem Nichts (und von einer ganz und gar unerwarteten Richtung) ein theoretisches Gedankengebäude ergab, welches - sollte es verifizierbar sein - sowohl einen Großteil meiner Diagnosen als auch einen noch größeren Teil meines Selbstbildes vollkommen verändert.
Mit einer einzigen neuen Grundannahme fügten sich hunderte kleiner Mosaikstückchen zu einem sehr eigentümlichen und (vielleicht - noch) sehr fremden Bild zusammen, was jedoch deutlich schlüssiger in sich ist als jenes Bild, was ich nun seit drei Jahren laut Ärzten und Therapeuten akzeptieren und "endlich annehmen" soll, "um Besserung möglich zu machen". Sollte sich diese Theorie bestätigen, hat mich meine Weigerung, die BPS als passend wahrzunehmen, geschützt - und ich bin seit drei Jahren falsch diagnostiziert und therapiert worden.
Dennoch erfüllt mich seit dieser Entdeckung eine eigentümliche Freude - sollte es stimmen, bin ich _nicht verrückt_. Und das macht mich sehr, sehr glücklich. Auf meine Art.
mondstreif - 18. Mai, 15:21