Rückblick - Ausblick
Wieder einmal ein Stapel erinnerungsträchtiger Dinge, genauer gesagt - Geschenke. Viereinhalb Monate WG-Leben mit immer ungefähr zwanzig anderen weiblichen Wesen schaffen Freundschaften, Lieben, Sympathien, aber auch Abneigungen, Misstrauen, Streit. Ich hatte all die Monate jedoch deutliches Glück, da die negativen Seiten dieser erzwungenen Nähe für mich mit Ausnahme einiger Tage ganz am Anfang nur zu beobachten waren, und sich nicht gegen mich wandten. Zickenterror gab es zuhauf, doch ich stand immer neutral daneben.
Jetzt liegen hier kleine Briefe, Karten, Zeichnungen vor mir, die mir im Laufe dieses Therapieintervalls, eigentlich immer zur Aufmunterung und Versicherung der gegenseitigen Wertschätzung, überreicht wurden - liebe Worte, Komplimente, Angebote von Freundschaft und Beziehung. Adressen, Telefon- und Handynummern. Bezeugungen der Bereitschaft, "immer füreinander dazusein". Mindestens drei Menschen, die ich kennenlernte, darf ich zu jeder Tages- und Nachtzeit anrufen, so steht es hier geschrieben.
Ist es gemein, wenn ich trotzdem weiß, wie wenig ich entgegen der Bekundigungen hier vermißt werde? Natürlich, die ersten Stunden fehlt ein Mensch auf der Station, der vorher d a war, mit dem man reden konnte. Vielleicht fehle ich in meinem Zimmer noch ein wenig länger, so lang, bis das weiße leere Bett wieder neu belegt ist, solange die Neue dann dort noch fremd und unvertraut ist. Alle anderen haben mich bereits heute früh vergessen.
Gut, es wird noch einige wenige Gruppen und Situationen geben, in welchen die Entlassene durch Gewöhnung fehlt - Imagination, die PE-Gruppe, Reittherapie, wahrscheinlich auch beim obligatorischen Dr. House-Termin. Beim Frühstück klingelt niemand mehr zu seinem Tablett, und das leise Glöckchenschellen klirrt nicht zur Abendrunde, und doch, ich glaube nicht, daß dort heute noch jemand an mich denkt.
Es ist wider Erwarten dennoch keine Bitterkeit in mir, wenn ich daran denke. Ich war ja nicht anders - in einer Therapie denkt man eben primär an sich selbst, und andere müßen zu bloßen Rahmenhandlungen und austauschbaren Nebenschauplätzen werden. Und wer weiß - man sieht sich auf dieser Station eh im Laufe der nächsten Jahre irgendwann wieder...
Habe ich schon erwähnt, daß ich wirklich froh bin, "draußen" zu sein? Ganz ohne Scherz, sehr ernst - irgendwie ist es trotz des Vermissens meiner Zimmernachbarn, die so viel Spaß und Unterhaltung brachten, schön, daheim zu sein. Ein Neustart ins Leben, quasi. (=
Jetzt liegen hier kleine Briefe, Karten, Zeichnungen vor mir, die mir im Laufe dieses Therapieintervalls, eigentlich immer zur Aufmunterung und Versicherung der gegenseitigen Wertschätzung, überreicht wurden - liebe Worte, Komplimente, Angebote von Freundschaft und Beziehung. Adressen, Telefon- und Handynummern. Bezeugungen der Bereitschaft, "immer füreinander dazusein". Mindestens drei Menschen, die ich kennenlernte, darf ich zu jeder Tages- und Nachtzeit anrufen, so steht es hier geschrieben.
Ist es gemein, wenn ich trotzdem weiß, wie wenig ich entgegen der Bekundigungen hier vermißt werde? Natürlich, die ersten Stunden fehlt ein Mensch auf der Station, der vorher d a war, mit dem man reden konnte. Vielleicht fehle ich in meinem Zimmer noch ein wenig länger, so lang, bis das weiße leere Bett wieder neu belegt ist, solange die Neue dann dort noch fremd und unvertraut ist. Alle anderen haben mich bereits heute früh vergessen.
Gut, es wird noch einige wenige Gruppen und Situationen geben, in welchen die Entlassene durch Gewöhnung fehlt - Imagination, die PE-Gruppe, Reittherapie, wahrscheinlich auch beim obligatorischen Dr. House-Termin. Beim Frühstück klingelt niemand mehr zu seinem Tablett, und das leise Glöckchenschellen klirrt nicht zur Abendrunde, und doch, ich glaube nicht, daß dort heute noch jemand an mich denkt.
Es ist wider Erwarten dennoch keine Bitterkeit in mir, wenn ich daran denke. Ich war ja nicht anders - in einer Therapie denkt man eben primär an sich selbst, und andere müßen zu bloßen Rahmenhandlungen und austauschbaren Nebenschauplätzen werden. Und wer weiß - man sieht sich auf dieser Station eh im Laufe der nächsten Jahre irgendwann wieder...
Habe ich schon erwähnt, daß ich wirklich froh bin, "draußen" zu sein? Ganz ohne Scherz, sehr ernst - irgendwie ist es trotz des Vermissens meiner Zimmernachbarn, die so viel Spaß und Unterhaltung brachten, schön, daheim zu sein. Ein Neustart ins Leben, quasi. (=
mondstreif - 19. Jul, 13:02


