Ebbe und Flut
"Ebbe und Flut" - als Meerverrückte und Seglerin aus Leidenschaft fand ich diesen Titel ganz passend. Auch wenn ich mittlerweile eigentlich psychisch stabil und beinahe unverwüstlich bin, gibt es doch, dem Gezeitenwechsel gleich, bei mir immer noch mal bessere und mal schlechtere Phasen. Passt also.
Tja, und nun? Klinik, mal wieder. Es ist irrsinnig seltsam, wieder hier zu sein. Passenderweise, wie um den Kreis zu schließen, bin ich wieder in dem Zimmer, in dem ich auf dieser Station vor anderthalb Jahren die Therapie begann, sogar im exakt gleichen Bett. Und noch trifft mich hier alles mit ziemlich harter Wucht - die Gerüche des Krankenhauses, der erzwungene externe Kontrollverlust (Himmel, ich lebe allein, ich regel' mein Leben selbst - und muss, von einem Tag auf den nächsten, mich abmelden, um Erlaubnis bitten, am Wochenende Mahlzeiten zu versäumen, muss mir alles mögliche per Unterschrift bestätigen lassen, ...). Es ist unangenehm und störend, und ich hasse die Unselbstständigkeit, die einem hier sofort aufgezwungen wird. Abend- und Stationsrunde sind eine Qual, wenn die Mitpatienten depressiv so unendlich kleine Dinge angeben und ihrem Leid trotz eigentlich gewollter Fokussierung auf das Positive hier zwischen den Worten Ausdruck verleihen. Ich fühle mich so falsch, fehl am Platz.
Dann hat mein Bezugspfleger, den ich sehr schätze und der der Beste ist, den ich hätte bekommen können (ich habe schon mehrere Intervalle mit ihm intensivst gearbeitet) mir ernsthaft in diesem Intervall Kurzkontakte verordnet, eine Spezialität dieser Station, die ich abgrundtief hasse - einmal täglich zur Pflege gehen und dort einen Kurzbericht über Stimmung, Anspannung und Laune geben. Bei mir gerät das aus Selbstschutz und mangelnder Vertrauensfähigkeit oftmals zur Farce, denn mit dem Zeigen und Eingestehen von Schwäche habe ich große Probleme - klar, das ist der Sinn des Ganzen.
Es wird wirklich hart dieses Mal - erst, wegen der frisch erkannten Sonderdingsbumseritis (ich hasse das eigentliche Wort für den Fluch der Intelligenz...), habe ich um eine neue Diagnostikphase geben, da das BPS in meinen Augen nicht allein treffend ist, und dann Arbeit am Umgang mit Gefühlen, Ängsten und Abbau der (angeblich) überhöhten Selbstansprüche und des Perfektionismus (den ich nicht habe, m.M.n.). Es wird hart, aber das habe ich ja auch gewollt. Und trotzdem - daß ich jetzt erstmal ein "Arbeitsverbot" an meiner Unihausarbeit habe und "zur Ruhe kommen" soll, stößt mir hart auf. Ich hasse diese viele freie Zeit, das Nichtstun und "entspannen". Gnaaa!
Tja, und nun? Klinik, mal wieder. Es ist irrsinnig seltsam, wieder hier zu sein. Passenderweise, wie um den Kreis zu schließen, bin ich wieder in dem Zimmer, in dem ich auf dieser Station vor anderthalb Jahren die Therapie begann, sogar im exakt gleichen Bett. Und noch trifft mich hier alles mit ziemlich harter Wucht - die Gerüche des Krankenhauses, der erzwungene externe Kontrollverlust (Himmel, ich lebe allein, ich regel' mein Leben selbst - und muss, von einem Tag auf den nächsten, mich abmelden, um Erlaubnis bitten, am Wochenende Mahlzeiten zu versäumen, muss mir alles mögliche per Unterschrift bestätigen lassen, ...). Es ist unangenehm und störend, und ich hasse die Unselbstständigkeit, die einem hier sofort aufgezwungen wird. Abend- und Stationsrunde sind eine Qual, wenn die Mitpatienten depressiv so unendlich kleine Dinge angeben und ihrem Leid trotz eigentlich gewollter Fokussierung auf das Positive hier zwischen den Worten Ausdruck verleihen. Ich fühle mich so falsch, fehl am Platz.
Dann hat mein Bezugspfleger, den ich sehr schätze und der der Beste ist, den ich hätte bekommen können (ich habe schon mehrere Intervalle mit ihm intensivst gearbeitet) mir ernsthaft in diesem Intervall Kurzkontakte verordnet, eine Spezialität dieser Station, die ich abgrundtief hasse - einmal täglich zur Pflege gehen und dort einen Kurzbericht über Stimmung, Anspannung und Laune geben. Bei mir gerät das aus Selbstschutz und mangelnder Vertrauensfähigkeit oftmals zur Farce, denn mit dem Zeigen und Eingestehen von Schwäche habe ich große Probleme - klar, das ist der Sinn des Ganzen.
Es wird wirklich hart dieses Mal - erst, wegen der frisch erkannten Sonderdingsbumseritis (ich hasse das eigentliche Wort für den Fluch der Intelligenz...), habe ich um eine neue Diagnostikphase geben, da das BPS in meinen Augen nicht allein treffend ist, und dann Arbeit am Umgang mit Gefühlen, Ängsten und Abbau der (angeblich) überhöhten Selbstansprüche und des Perfektionismus (den ich nicht habe, m.M.n.). Es wird hart, aber das habe ich ja auch gewollt. Und trotzdem - daß ich jetzt erstmal ein "Arbeitsverbot" an meiner Unihausarbeit habe und "zur Ruhe kommen" soll, stößt mir hart auf. Ich hasse diese viele freie Zeit, das Nichtstun und "entspannen". Gnaaa!
mondstreif - 25. Jul, 21:40


