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_er-lebtes_

Sonntag, 13. September 2009

Jahrestage...

..vor drei Jahren.

Es riecht nach Herbst. Jedes Jahr im September, am 13. Graue Dämmerung, nicht mehr sommerlich spät. Erste Kühle in der Luft. Gelbe Blätter vor einem blauen Himmel.

Die Fahrt durch die Felder... In seinem Auto. Die unglaubliche Angst. Und es wurde unwiederruflich Herbst, damals.

Die dunkle Jahreszeit rückt näher. Mit allen ihren Erinnerungen, mit all der Dunkelheit.. Halte Dich fest, Kleines, es ist lange her.

Dienstag, 28. April 2009

Matrosin ahoi!

Faszinierend zu beobachten, wie meine Stimmung schwankt. Wenn es bloß weiter auf Abstand wäre...

Gestern definitiv deutlich zuviel Alkohol, so mit allem drum und dran, was meine Abstürze dann so dabei haben - als ich mitten in der Nacht mit meinem Kerl telefonierte, ging es mir wirklich richtig dreckig, was ich bedauerlicherweise, zumindest laut meiner Erinnerung, auch artikulierte. Heute morgen waren ganze Bergseen, schwarz und tief, unter bzw um meine Augen, und in der Uni mein Konzentrationsvermögen gering, doch nachdem mein Magen irgendwann wieder feste Nahrung vertrug und ich mit der vor Shootings obligaten Dusche meine Lebensgeister zunehmend erweckte, wurde der Nachmittag dann doch noch richtig schön. Im Matrosenhemd ging es an die Förde, wo wir zwei Stunden lang endlos viel lachten, schnackten und fotografierten (wobei die Gesichter der Passanten von bewundernd über fasziniert bis hin zu neidisch reichten). Auf die CD mit den ganzen Bildern bin ich wirklich gespannt!

Und nun? Ich fürchte, dieses Mal ist wirklich mal wieder eine Verhaltensanalyse fällig, das gestern war ein Stunt-reifer Abgang. Aber ansonsten - ist doch alles in Ordnung. Ich habe einmal übertrieben, aber Grund zu Sorge ist das nicht, ein Ausrutscher halt. Und ich bin gesünder als jemals zuvor. Lediglich total übermüdet. *lächel* Aber davon wird morgen dann hoffentlich auch nicht mehr viel übrig sein, so daß die Normalität gewahrt bleibt - meine als auch die generelle.

Alles nur Anstellerei.

Freitag, 13. Februar 2009

Schneetreiben

Auf dem Rückweg von meiner Linguistikklausur am heutigen Tage schneite es mal wieder. Eigentlich glaube ich, es war kein wieder, sondern ein immer noch - schon der Hinweg war wettertechnisch kritisch, und unter dem frischen Neuschnee verbargen sich oftmals tückische Eisspuren, die mein Fahrrad nur zu oft aus seiner Spur brachten. Das Schneemanngefühl wurde auch direkt mitgeliefert.

Auf der Rückfahrt zumindest hatte ich keine Zeitnot mehr, auch die Nervosität (wenn auch nciht die Wut über die unglückliche Klausur) hatten sich gelegt, und so überlegte ich nicht lange am Beginn des Parkes, ob ich den Weg außenherum fahrend oder mittendurch gehend wähle. Es war still auf den verschneiten Wegen, noch waren nur wenige Menschen unterwegs. Dicke Flocken rieselten still auf meinen Haarschopf und meine Jacke, und manche wurden vom Wind keck in meinen Mund gepustet, wo sie sich auf meiner Zunge schnell in Nichts auflösten. Alles war weiß - der Weg, der Himmel, die Luft, alles erfüllt vom Schweigen fallenden Schnees.

Schnee

Ich summte leise vor mich hin, während ich meine Konzentration ganz auf das leise Knirschen meiner Stiefel richtete, die mit jedem Schritt neue Spuren hinterließen. An solchen Tagen ist es einfach, sich in das Antlitz der Erde einzuprägen - man muss nur einen Ort finden, wo die gleißende Decke noch unberührt auf deinen Fuß zu warten scheint...
Mein Blick genoß die Ruhe der tanzenden Flocken, bis er auf etwas unerwartet Buntes in der Krone des nächsten Baumes fiel - viel zu bunt für einen Vogel, viel zu bunt für diese Jahreszeit. Ich sah genauer hin, und konnte mich einer gewissen Verblüffung nicht erwehren - dort, in den kahlen, weißen Ästen, befand sich ein Schmetterling. Bunt, groß, ein Zeichen kündenden Frühlings...

Dieses Bild prägte sich mir so eindrücklich ein, daß ich ein paar Stunden später mit meiner Kamera zum Ort dieses Wunders zurückkehrte - seht selbst.

Letterschming

Montag, 5. Januar 2009

Lächeln verschenken

Der Schnee knirscht unter meinen Rüßen. So ein Geräusch gibt es sonst nie - feucht-staubig, ein harsches Knirschen, wenn sich der lockere Boden zu festem zusammenpressen muss. Mein Fahrrad zieht neben mir eine grade Spur, übermütig und ausgelassen. Vom Fahren vorher sind die Felgen, die Bleche und Speichen über und über mit Weiß bestaubt, und es gefällt ihm spürbar. "Bin ich nicht schön so?" kichert es und zieht einen Schlenker. "Fast schon ein Schimmel, glitzernd und stolz!" Ich schmunzle still. Stolz ist es, ja, doch es macht Spaß, die Freude an dem gschönen Tag auch bei ihm zu beobachten. Es zieht Achten hinter sich her, wackelt mit dem Hinterrad und hopst glücklich über kleine Steine.
Mein Blick zieht seine Bahn über die blendende Fläche vor mir, der zugefrorene See, die zugedeckten Äste der Bäume. Kinderlachen, sie ziehen mit Schlitten zu einem Berg, den ich offenbar noch immer nicht kenne, zumindest kann ich mir ihr Ziel nicht vorstellen. Wieder Knirschen, und ich konzentriere mich wieder auf das Geräusch. Stiller Frieden in meiner Brust, während meine Ohren in der Kälte jammern.

Auf meinem Weg kommt mir langsam ein alter Mann entgegen, den Blick gedankenverloren-traurig nach innen gerichtet, allein. Sein Rücken ist noch hoch aufgerichtet, fast ein wenig trotzig dem Alter gegenüber, welches sich in seinem Gesicht schon so deutlich zeigt. Der Mund ist entspannt, jedoch mit Winkeln, die lose herabfallen, als hätte das Leben ihm die Freude genommen. Er blickt auf, als er mich näher kommen hört, seine Augen treffen kurz die meinen. Ich lächele ihn an, und zunächst steht Erstaunen in seiner Miene, und dann, fast unwillkürlich, lächelt er zurück. Und auch beim Weitergehen bleiben seine Mundwinkel oben, er nimmt mein Lächeln entgegen und trägt es weiter.

Freitag, 5. September 2008

Highlights

Weil hier schon im Vorhinein die Frage danach kam, präsentiere ich jetzt ein paar Links. Alte Regel - Bilder von Narben können triggern, aber alle, die hier lesen, kennen mich und mein Aussehen eh.

Und ja, ich bin stolz wie Oskar, das Shooting gestern war urgenial! (=

Gitter

Ketten

oben

Sicherungskasten

Stein

Zaehne

Wehe, ich bekomme keine Kommentare! *lach*

Mittwoch, 3. September 2008

Old becomes new_

Immer mehr Parallelen.

Der Studienbeginn, die Wohnungssuche. Zeit gemeinsam mit alten Freunden, größtenteils sogar sehr alten - mein Schatz und M., in diesem Sommer intensivierte sich der zwischenzeitlich spärliche Kontakt wieder auf ein gewisses Niveau. Auch vor zwei Jahren waren sie hier zu Besuch, verbrachte ich mit ihnen Zeit, klammerte ich mich an den Anschein von Normalität. Und dieses Mal?

L. - meine Süße, mein Zuckerstückchen, ist mir mir in dieser Zeit wieder so unglaublich nah, wichtig. Wir verbringen viel Zeit miteinander, lachen, reden, erzählen uns viel, was sonst niemand anderer von uns weiß. Diese Intimität war nicht immer da, dennoch kommt sie immer wieder, und es macht mich so glücklich und stolz, jemanden wie sie als meine beste Freundin bezeichnen zu dürfen. Jemanden wie sie lieben zu dürfen.
Weiß sie wohl um ihre Kraft, ihre Stärke, um die Hoffnung, die sie anderen geben kann? Weiß sie, wie gut sie anderen tut?
Es ist schön, sie lachen zu sehen, ihre Sorgen zumindest für einige Minuten oder gar Stunden von ihr zu nehmen, damit sie zumindest in dieser Zeit einmal unbeschwert sein kann. Ich bewundere, mit wie viel Kraft sie im Moment sich selbst trägt, wie mutig sie ist. Einmal wie sie sein...

C. und J. - sehr alte Freundschaften, die gänzlich eingeschlafen waren, und durch zwei schicksalsträchtige Zufallsbegegnungen plötzlich wieder aufflackern, als hätte es die Jahre dazwischen nicht gegeben - heute Abend war es fast, als wäre ich wieder in meiner Abizeit, vorglühen bei C.'s Freund, die Einladung zum Feiern nachher, die Planungen für Freaky Friday und N8flug. Wie früher, wie damals.

Lebe ich ein Leben weiter, was ich vor zwei Jahren unterbrach? Wiederhole ich vielleicht aber auch die Fehler, die vor zwei Jahren so fatal waren? Ich weiß es nicht. Aber, Gott, ich habe Angst.

Samstag, 26. Juli 2008

Ich steh auf SM!

Wer tanzt, stirbt nicht!

Unbarmherzige Sonne, und das auf einem Areal von 12 Fußballfeldern, falls man dem Propagandamaterial glauben kann. Der Boden, eigentlich Wiese und Rasen, ist vom gestrigen Gewittersturzregen noch aufgeweicht, stellenweise ein großes Moorloch, nachgiebig und weich unter den Füßen, rutschig und voll Wasser. Um wenigenstens Wege zu schaffen, wurde Stroh und dieses Holzhäckselzeug großzügig auf dem Matsch verteilt, so daß man wenigstens trockenen, wenn auch sehr staubigen Fußes die verschiedenen Gebiete dieses gewaltigen Lagers erkunden kann.

Zu Beginn, direkt hinter den mit vielen Plakaten beklebten Abstellwänden und dem Einlaß, befanden sich die Folterinstrumente und der Arbeitsplatz des Henkers - Schandpfähle, Pranger, bemannte bzw befraute Käfige mit unglücklichen in Lumpen gekleideten Darstellern rührten das Herz der Besucher, während der Junge, der all dies beaufsichtigte, den eintretenden "Damen" verschiedene Veränderungen und Optimierungen an ihren Gatten anbot - vielleicht einen kleinen Holzklotz, ein Messer im Schädel, so daß er besser hört? Oder gleich der Galgen, auf daß der Platz an Ihrer Seite für einen trefflicheren Bewerber freiwerde?
Meine Mutter war nicht sehr "amused", und so wanderten wir weiter, ohne zu belauschen, für welche Besserung sich die zugehörige Maid entschied.

Der weitere Weg führte durch mehrere lagernde Ritter- und Fechtgruppen, mit schönen Zelten, gemütlich wirkenden Betten und Strohballen als Sitzmöglichkeiten. Die ersten Kanppen übten sich bereits im Schwertkampfe, mehrfach konnten Pfeile, Armbrustbolzen und Äxte auf Zielscheiben, Tontauben oder Tiere gegen Silberlinge abgeschossen werden, und die ersten Mittagessen dampften über miefigen Holzfeuern. Mittelalter pur? Zumindest das, was man sich heutzutage so darunter vorstellt und gut verkaufen kann.

Hinter einem kleinen Waldstück befand sich dann der eigentliche Markt. Unzählige Stände, von in meinen Augen recht authentischen Handwerkern und Krämern bis hin zu dem üblichen modernen Gothic-Grufti-Kram, boten ihre Ware feil, Zuckerbäcker und Schenken sorgen dazwischen für das leibliche Wohl. Von drei oder vier Bühnen schallte Musik und Schreyerey über die Marktwiese, und ich stellte begeistert Beobachtungen über die anwesenden vorbeiziehenden Menschen an, ihre Kleidung, ihre Körpersprache, ihre Begleiter. Aber das führe ich ein andermal aus. (;

Nach einem Rundgang in praller Sonne begab ich mich dann das erste Mal direkt vor die Hauptbühne, nachdem ich meine Eltern im Schatten abgesetzt hatte. Die Band, welche ich zuletzt vor vier oder fünf Jahren in Braunschweig sah und wegen der ich mich für den heutigen Besuchstag entschieden hatte, tauchte dann mit etwas Verzögerung auch auf, spielte super und brachte trotz der unglaublichen Temperaturen im Sonnenlicht und in der Menge uns alle zum tanzen, singen, hüpfen, auch zum jubeln, und die Zeit ging viel zu schnell um. Es war schön, die alten Akustiklieder wieder zu hören, die Kerle zu sehen, Spaß zu haben.
Den Nachmittagsauftritt mußte ich natürlich auch noch mitnehmen, es war herrlich, zwar viel zu warm, aber diese schönen ewig weiten Männer-Hemden, die so eine praktische offene Schnürung am Hals haben und einfach luftig, riesig und weiß sind, können auch dreimal durchgeschwitzt werden. Das hab ich heute natürlich erfolgreich ausgetestet, aber für mein Kleid war es mir einfach zu warm. *hechel*

So, wer kommt jetzt anhand des Zitates zu Beginn dieses Eintrags auf den Bandnamen? (= Ich kam natürlich auch an zwei Patches und einem Tshirt nicht vorbei, aber - was solls. *freus*

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