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_selt-sames_

Dienstag, 14. Juli 2009

Ka.

Manchmal würde ich mir selbst gern einmal begegnen - genauer gesagt dem Selbst, das ich vor vier (drei? fünf? wann begann es wirklich?) Jahren war...
Ich würde in diesem bekannten (fremden) Gesicht nach dem "Anderen" suchen, würde vergleichen wollen. Die damals noch glatten Wangen, ohne feine Linien hindurch - doch vor allem die Augen. War mein Blick anders? (er muss anders sein, wie könnte ich noch so naiv, kindlich unschuldig sehen?)
Sieht man die Kälte heute in meinen Augen?

So viele, die meinen Blick gerne meiden... "Du schaust direkt durch mich hindurch, Du siehst zu viel, hör auf.." Was steht in meinen Augen geschrieben? Kann man so in ihnen lesen, wie ich es bei anderen kann?

Erkenntnis des Tages: Es ist nicht nur generell sehr unklug, statt des !dringend! notwendigen Lernens, was man eigentlich tun sollte, wieder einmal im "Dunklen Turm" zu lesen - es gefährdet irgendwie auch den eh im Moment sehr brüchigen Seelenfrieden.
Heute ist mein Schatten wieder nicht bei mir, sondern hinter schweren Stahltüren.

Ka.

Montag, 6. Oktober 2008

_~*~_übersinnliches_~*~_

Er legte den Kopf schräg, seine Worte wirkten wohl überdacht. "Wissen Sie eigentlich, warum Sie eine Glocke am Schuh tragen?"
Ich war leicht verblüfft, bejahte spontan, um dann zu zögern - warum eigentlich? Aus welchem Gedankengang fing ich damals, in der Oberstufe, damit an? Aufmerksamkeitsbedürfnis, Abgrenzung, seltsamer Humor?
Seine Augenbrauen wanderten frangend nach oben, und ich stammelte, "Öhm, ich fand es witzig, glaube ich, irgendwie machte es mir Spaß... ich hörte damit dann auch nicht mehr auf, habe mich wohl dran gewöhnt."
Wahrscheinlich habe ich an die Aussage dahinter nie einen Gedanken verschwendet, sondern es in meiner "Ich bin anders als ihr"-Phase einfach getan.
Er begann mir zu erläutern, daß Glocken an den Schuhen durchaus im Unterbewussten eine Aussage haben, daß es einen tieferen Grund gebe, weswegen ich bei jedem Schritt klingele. Betont spöttisch wollte ich ihm zuvorkommen, warf ein "Ja, vermutlich sollte es ein Schrei nach Wahrnehmung sein, hier bin ich, seht mich!", doch er wiegte nachdenklich den Kopf. Vielleicht sei dies ein Nebeneffekt, doch darum gehe es nicht. Ich war erstaunt - die Aufmerksamkeitstheorie kannte ich, eine andere?
"Mit dem Geklingel erinnern Sie sich selbst immer wieder daran, daß Sie da sind. Sie brauchen die ständige Signalisierung, daß Sie existieren. Auch andere hören das, doch es geht Ihnen um Sie selbst - ohne die Glocke nehmen Sie sich noch weniger wahr."
Schlucken. Es könnte treffen. Es trifft, vielmehr.

Eine Situation unter vielen.

Er sprach über Verletzungen, die er sähe, die unglaublich groß wären und die ich mit mir umher zu tragen habe, er sprach von Übergriffen, die nach dem, was er höre, sähe, fühle, geschehen sein müssen, Momenten, in denen ich zu stark gewesen wäre, um daran zu zerbrechen, zu stark, um sie ganz zu vergessen, zu stark, um die unterbewussten Folgen davon einfach zu akzeptieren, aber so viel zu schwach, um das Moment der Tat zu verhindern. Er sprach von Persönlichkeit, von Erkenntnis über sich, die viel zu früh gewonnen werden muss, von Unschuldszeiten und Monaten reiner Freude, die wohl nie auftauchen werden, aber auch von der Chance, die in all dem Schweren steckt.
Den Stempel "Borderline" soll ich mir bloß nicht geben lassen, ich sei kerngesund, stark, mit einigen ungesunden Verhaltensweisen - und vielen Wunden, die mir geschlagen wurden. Er war betroffen, oftmals, bei der Anamnese, und auch nach der eigentlichen Energiebehandlung war er sehr ernst, in den Ratschlägen und Bitten, die er mir mitgab. Ich soll mich nicht noch zusätzlich mit den Etiketten psychischer Krankheit und Verrücktheit verletzen...

Ich bin betroffen, verwirrt, und doch sind seine Berührungen heute die einzigen, die mich nicht weiter verwundeten. All die anderen, die ich verschenkte, schmerzten physisch wie psychisch auf meiner Haut. Seine Wärme, die er mir gab, war das einzigste, was mich heute wärmte. Alles sonst ist Angst, furchtbare, nackte Angst, Traurigkeit, Erinnerungen und Tod. Er sah, wie nah ich dem Tod stehe, er sah, daß der Gevatter immer eine Rolle in meinem Leben spielen werde. Die Sehnsucht ist wieder groß, nach Tränen, nach Schlaf.

Donnerstag, 28. Februar 2008

Soundtrack des Lebens

Ich fliege durch den Raum,
die Erde ruht gigantisch blau.
Seh die Wolken, seh die Meere,
von hier bewegen sie sich kaum,
ein paar Signale, sonst nur Nebel,
alles still, alles entrückt,
wenn ich die Augen aufschlag,
bin ich bei mir zurück.


Vanessa Maurischat

Das Konzert heute Abend war großartig. Still, bewegend, lustig, musikalisch, tiefgreifend, melancholisch. Mehr als einmal standen mir Tränen in den Augen - die Texte schmerzen beinahe, weil sie manchmal so wahr sind. Sie treffen. Und teilweise ist dieses Erkennen von mir darin wie eine plötzliche Entblößung, die gleichzeitig schön und beschämend ist...
Sie ist nicht sehr bekannt, dabei ist ihre Musik mit das großartigste, was ich kenne - vielseitig, schön, beeindruckend, mit herausragenden Texten und einer grandiosen Stimme. Ich bewundere sie, ihren Durchhaltewillen, ihre Musikalität. Ihre unglaubliche Sensibilität, die aus ihren Lyriken spricht.

In mir ein Gefühl, als wäre mein Innerstes nach außen gerissen worden und hinge nun unsortiert an mir herab, als wäre ich zerfetzt, in Streifen geschnitten und völlig geleert worden. Eine Erschöpfung, die einem Drogenrausch nahekommt - nur durch Musik.

Mein Weg ist mein Weg, ist mein Weg!
Und kein Schritt führt mich jemals mehr zurück.
Mein Weg ist mein Weg, ist mein Weg!
Mit Schatten und mit Tränen, mit Liebe und mit Glück,
mein Weg ist mein ureigener Weg.

Donnerstag, 22. März 2007

Seltsames..

Manchmal gibt es merkwürdige Dinge...

Meine Mutter hat grad mal wieder eine esoterische Phase - seien es neuerdings Klopftherapien, Gedankenübertragung oder die heilenden energetischen Kreise, sie probiert alles durch. Ich verweise da dann zwar immer auf die Bitte, mich bei sowas außen vor zu lassen, aber so ganz klappt das dann wohl doch nicht...

Über ihre Klopfseminare lernt sie auch immer etwas seltsame Leute kennen - Psychotherapeuten aus aller Herren Länder, Künstler - halt die Creme de la Creme der Alternativen Szene. So jetzt diesmal auch eine KJP-Ärztin aus Münster. Dem Himmel sei Dank so weit entfernt ;)
Die verwies meine Mutter an eine ortssässige Künstlerin, die sich auf Schmuckherstellung und dabei besonders auf die Anfertigung indiviualisierter Engel versteht. Wenn sie für jemanden einen Engel baut, setzt sie sich ganz tief mit demjenigen in Verbindung, spürt dann angeblich auch oft Schmerzen oder Leid der jeweiligen Person und sucht dessen Schutzengel, um ihn dann persönlich abzubilden und ihn einzufangen.
Meine Mutter war begeistert, heulte sich bei ihr aus und bat sie darum, mir einen Schutzengel anzufertigen, ich brauche ihn nötig. Sie erzählte ihr dann meine ganze momentane Situation (*seufz*) und wie es mir gehe etc pp.
Soweit, sogut. Heute rief dann diese Künstlerin an - sie wäre von der ganzen Geschichte so berührt gewesen, das habe sie nicht mehr losgelassen, so daß sie ihre Wartelisten außen vor ließ und direkt gestern und heute mit der Fertigung meines Engels begann. Dabei habe sie extremes Leid, große Ängste und solche Probleme gespürt, daß sie ganz zerstört gewesen sei, telefonierte dann wohl mit dieser KJP-Ärztin und die war sofort überzeugt, ich stecke in Lebensgefahr und ganz großen Problemen. Morgen soll ch mir persönlich und allein diesen Engel abholen, ich brauche ihn angeblich dringend.

Was ich jetzt davon halte, weiß ich noch nicht. Einerseits ist da dieses alte Schmunzeln über die angebliche Übertragung und so was, aber irgendwie ist es seltsam, davon jetzt selbst "betroffen" gewesen zu sein. Naja, bin auf jeden Fall gespannt, wie der Engel ausschaut... ich mach hier ein Foto rein, falls es wen interessiert :)

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